Hüfte

Hüft-TEP

Viele Menschen kennen den quälenden Leistenschmerz, der Ihre Bewegungsfreiheit und damit die Lebensqualität mehr und mehr einschränkt. Die Coxarthrose, also der Verschleiß des Hüftgelenkes, ist heute zur Volkskrankheit geworden und Hüftprothesen gehören zu den häufigsten Operationen in der Orthopädie. Wenn eine nicht-operative Behandlung nicht mehr zu einem erträglichen Schmerzniveau führt, kann mit der Operation oft das Ende der Schmerzen und damit ein enormer Mobilitätsgewinn erreicht werden. In den letzten Jahren hat es bei den Implantaten (der Hüft-TEP) wie bei den Zugangswegen eine rasante Entwicklung gegeben: kleine Schnitte um die 6-7 cm und die Schonung der Muskulatur und des Knochens sorgen für eine kurze Nachbehandlungsphase und schnelle Schmerzfreiheit.
Röntgenbild künstliches Hüftgelenk

Was sind typische Symptome einer Hüftgelenkarthrose / Coxarthrose?

Meist bestehen Leistenschmerzen, die in den vorderen Oberschenkel, eventuell in das Gesäß oder bis ins Kniegelenk ausstrahlen. Oft ist auch die Außenseite der Hüfte über dem "großen Rollhügel" betroffen. Das Schnüren der Schuhe und jedes Bücken wird durch eine oft zunehmende Einsteifung des Hüftgelenkes erschwert. Schließlich ist ein schmerzfreies Gehen in vielen Fällen gar nicht mehr möglich. Viele Patienten werden zusätzlich durch nächtliche Schmerzen belastet. Manchmal sind interessanterweise Knieschmerzen über lange Zeit das einzige Symptom der Hüftgelenkerkrankung.

Wie erhalte ich Klarheit über die Diagnose Arthrose am Hüftgelenk?

Wenn eine Hüftgelenkarthrose vermutet wird, sollte eine subtile klinische Untersuchung durch einen erfahrenen Arzt erfolgen. Vor allem bei jüngeren Patienten entsteht der Hüftschmerz oft durch andere Erkrankungen, die abgegrenzt werden müssen. Im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose zeigt bereits ein Röntgenbild typische Veränderungen. Weitergehende Untersuchungen (z.B. Ultraschall oder Kernspintomographie) sind je nach Fragestellung zusätzlich sinnvoll.

Muss meine Coxarthrose operiert werden?

Die Operation sollte nie der erste Schritt in der Therapie sein (vgl. Gelenkverschleiß / Arthrose). Wenn aber die Arthrose fortgeschritten ist und die nicht-operative Behandlung erfolglos bleibt, kann durch eine Operation sehr oft der Schmerz beseitigt und die Gehfähigkeit entscheidend verbessert werden. Wann und ob ein Gelenkersatz erforderlich ist, entscheiden Sie letztendlich selbst - Ihr Arzt berät sie gerne ausführlich. Maßgeblich bei der Entscheidung ist weniger das Röntgenbild als die Beeinträchtigung Ihrer Lebensqualität durch die Arthrosebeschwerden. Hier ist die Bandbreite groß: mancher Patient ist trotz einer fortgeschrittenen Arthrose aktiv, leistungsfähig und weitgehend schmerzfrei. Andere Gelenke verursachen frühzeitig erhebliche Beschwerden, die den Patienten und seinen Arzt zu einer Hüft-TEP-Operation zwingen.

Welche Prothese passt zu mir?

Der Standard ist die Schaftprothese, die sich im vorhandenen Hohlraum des röhrenförmigen Oberschenkelknochens verankert. Diese wird gepaart mit einer Pfanne, die im Becken fixiert wird. Eine solche Kombination hat sich in Langzeitstudien bewährt und ist daher die Methode, an der sich alle anderen messen lassen müssen. Ob die Prothese zementiert oder zementfrei eingesetzt wird, hängt vor allem von der individuellen Knochenqualität ab: eine zementfreie Prothese zeigt in festem Knochen ein sehr gutes Einwachsen und ist daher für jüngere Patienten die erste Wahl. Dagegen ist beim weicheren Knochen (z.B. im Rahmen einer Osteoporose) eine zementierte Hüft-TEP die bessere Lösung.

Ihr Operateur kennt weitere Auswahlkriterien und benutzt so die für Sie günstigste Variante. Neben den klassischen Prothesenformen sind auch andere Typen auf dem Markt. Als alternative Verfahren sind dann v.a. Kurzschaftprothesen und der Oberflächenersatz (Kappenprothese, McMinn-Prothese) zu nennen. Ziel beider Verfahren ist ein sparsamer Umgang mit dem Knochen, um auch bei einem eventuellen Austausch einer oder beider Prothesenkomponenten wieder eine solide Verankerung der neuen Implantate erreichen zu können. Doch wie beispielsweise die problematische Historie der Metall-Metall-Gleitpaarungen gezeigt hat, ist nicht jede „Innovation“ für den Patienten auch wirklich ein Gewinn. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode erörtert Ihr Operateur auf Wunsch gerne mit Ihnen. Vor dem Hintergrund, dass sich immer jüngere Patienten zur Operation vorstellen, muss eine eventuelle Wechseloperation bereits beim Einsetzen der ersten Prothese bedacht werden. Für den Kontakt und damit das Gleiten zwischen der oberschenkelseitigen und beckenseitigen Prothesen-Komponente gibt es unterschiedliche Materialien, die sich hinsichtlich ihres Abriebverhaltens, der biologischen Verträglichkeit und des Einflusses auf die Haltbarkeit der Prothese bewährt haben. Etablierte Materialien sind heute Keramik, Titan und ultrahoch-vernetztes Polyethylen.

Wie wird die Prothese eingesetzt?

Die meisten Hüft-Prothesen werden auch heute noch über die zwei „klassischen“ Wege eingesetzt: den seitlichen und den hinteren Operations-Zugang zum Hüftgelenk. Beiden gemeinsam ist ein Hautschnitt von 15 bis 20 cm Länge und ein unumgängliches Ablösen bzw. Durchtrennen von Muskulatur. Ein moderner, „minimal-invasiver“ Zugang schont dagegen die Muskeln indem durch eine Loge zwischen zwei Muskeln hindurch gearbeitet wird (OCM-Zugang, AMIS-Methode). Die Muskulatur steht damit schon unmittelbar nach der Operation ohne wesentliche Beeinträchtigung zur Verfügung, was die Rehabilitation enorm beschleunigt. Erfreulicher Nebeneffekt der minimal-invasiven OP-Methode ist ein sehr kurzer Hautschnitt von ca. 6-7 cm. In der KLINIK am RING werden seit über 15 Jahren ALLE künstlichen Hüftgelenke minimal-invasiv eingesetzt.

Welche Komplikationen können auftreten?

Insgesamt hat die Hüftchirurgie eine enorme Entwicklung genommen, so dass das Einsetzen einer Hüftprothese heute ein sehr sicheres Verfahren ist. Es sollte aber jedem, der sich in eine solche Behandlung begibt klar sein, dass Restrisiken bestehen, auf die der Operateur im Aufklärungsgespräch auch näher eingeht.  Eine Infektion, also die Besiedlung der Wunde oder des Gelenkes mit Bakterien, ist eine schwerwiegende, wenn auch äußerst seltene Komplikation. Eine Infektion kann zu einer oder mehreren Folge-Operationen zwingen - schlimmstenfalls auch mit Entfernung der infizierten Prothese. Um Infektionen zu verhindern, wird unter sterilen Bedingungen im OP-Saal gearbeitet und während der Operation ein vorbeugendes Antibiotikum eingesetzt. Eine Thrombose ist eine Verklumpung von Blut in einem Blutgefäß. Vorbeugend werden blutverdünnende Medikamente und im Falle einer Schwellung die bekannten Kompressionsstrümpfe eingesetzt. Durch das Einsetzen der Prothese kann sich theoretisch die Beinlänge an Ihrem operierten Bein verändern. In aller Regel ist das Bein, das von der Arthrose betroffen ist, etwas kürzer, so dass hier für einen Ausgleich gesorgt werden kann. Es kann jedoch – natürlich wesentlich seltener – auch durch die Operation zur Entstehung einer Beinlängendifferenz kommen, die dann z.B. durch eine Einlage ausgeglichen würde. Eine Luxation, also das Ausrenken der Prothese, kann durch das vorübergehende Vermeiden bestimmter Bewegungen, die allen Patienten genau erläutert werden, normalerweise effektiv verhindert werden.

Wie gestaltet sich die Nachbehandlung?

Der Klinikaufenthalt beträgt knapp 1 Woche, in der die Krankengymnastik beginnt und die Wundheilung regelmäßig kontrolliert wird. Anschließend folgt eine Rehabilitation, die je nach häuslicher Situation und Wunsch stationär oder ambulant durchgeführt werden kann. Mit der minimal-invasiven OP-Methode ist eine Vollbelastung des operierten Beines meist unmittelbar nach der Operation möglich, weil im Gegensatz zu den traditionellen Operationsverfahren keine Muskulatur durchtrennt wird und entsprechend keine Muskelheilung erfolgen muss. Sicher 80% unserer Patienten können 1-2 Tage nach der Operation die ersten Schritte ohne Gehstützen zurücklegen. Gehstützen sind dennoch empfehlenswert, bis Sie sich mit dem neuen Gelenk beim Gehen wieder ganz sicher fühlen.

Wie lange hält eine Hüftprothese / Hüft TEP?

Große Studien haben gezeigt, dass nach 10 Jahren noch rund 95 % der Prothesen ohne Wechseloperation im Einsatz sind. Nach 20 Jahren sind es immer noch 70-80 %. Das bedeutet, dass regelmäßig auch deutlich längere Standzeiten vorkommen. Und: man geht davon aus, dass die heute beginnenden Statistiken aufgrund vielfältiger Verbesserungen noch etwas besser ausfallen werden.

Wovon hängt ein gutes Langzeitresultat mit Hüftprothese ab?

Schon einige Wochen bis Monate nach der Operation verläuft das Leben mit der Hüft-TEP wie mit einem gesunden Gelenk: Man kann arbeiten, tanzen, Sport treiben. Allerdings sollte man die neu gewonnene Bewegungsfreiheit nicht überstrapazieren und auf extreme Belastungen (insbesondere Erschütterungen, stark belastende Bewegungen, schweres Heben) verzichten. Als Sportarten eignen sich Walking, Wandern, Skilanglauf, Rad fahren, Schwimmen und Tanzen, in Grenzen auch Laufen. Die Praxis zeigt, dass meist auch Tennis Spielen und Ski Fahren problemlos möglich sind. Weitere Faktoren, die die Haltbarkeit der Prothese beeinflussen sind das eigene Körpergewicht, ein möglichst schonendes (minimal-invasives) OP-Verfahren, die korrekte Positionierung der Implantate und damit die Erfahrung des Operateurs.

IM FOKUS Magazine

Die Ärzte der Praxis für Orthopädie und Sporttraumatologie sind hoch spezialisiert. Im Fokus stehen vor allem Erkrankungen und Verletzungen von Schulter- und Kniegelenken
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